Jan - Kopfsache | Deuschte Cochlea Implantatgesellschaft e.V.

Minister-Anschreiben der DCIG zum Mund-Nasen-Schutz

11. Mai 2020

Zum Thema Mund-Nasen-Schutz und die Folgen für die Kommunikation für Hörgeschädigte während der Corona-Krise wendet sich die Deutsche Cochlea Implantat Gesellschaft an den Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, den Bundesinnenminister Horst Seehofer sowie den Behindertenbeauftragten Jürgen Dusel:

Mund-Nasen-Schutz auch für Hörgeschädigte, aber: Zeig mir Dein Mundbild!"

Sehr geehrter Herr Minister Spahn,

Sie wissen sicher inzwischen um die erschwerten Kommunikationsbedingungen von hörgeschädigten Menschen während der Corona-Krise, wenn ihre Gesprächspartner einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Dann nämlich entfällt für hörgeschädigte Menschen das Mundbild und macht das Verstehen schwierig. Beispiele, wo dies zu einer echten Belastung wird, kann man sich leicht vorstellen: bei der Kontrolle in der Bahn, beim Einkaufen, am Info-Schalter usw.

Inzwischen haben einige Bundesländer Sonderregelungen für gehörlose und schwerhörige Menschen getroffen, die sich jedoch voneinander unterscheiden.

Wir als Vertretung lautsprachlich orientierter hörgeschädigter Menschen erkennen an, dass die Pflicht zum Mund-Nasen-Schutz auch für hörgeschädigte Menschen besteht. Unser Ziel ist jedoch,

dass es für ihre Gesprächspartner ausdrücklich erlaubt und straffrei sein sollte, in konkreten Kom­munikationssituationen zeitweise den Mund-Nasen-Schutz abnehmen zu dürfen.

Nach dem Motto „Ich schütze Dich – Zeig mir Dein Mundbild“ sollte die Kommunikation in diesem besonderen Fall in gegenseitiger Verantwortung dann besser gelingen. Die Bundesländer Hessen und Baden-Württemberg haben sich hierzu vorbildlich positioniert. Im Anhang lassen wir Ihnen gerne die entsprechenden Unterlagen zukommen.

Wohlwissend, dass diese Regelungen den einzelnen Bundesländern obliegen, möchten wir Sie darum bitten, auf eine vergleichbare einheitliche Regelung im oben genannten Sinne hinzuwirken.

 Vielen Dank für Ihre Unterstützung.

Mit freundlichen Grüße

Dr. med. Roland Zeh
Präsident der DCIG e.V.