Zum Welttag des Hörens am 03.03.2022

DCIG weist auf Notwendigkeit der Hörversorgung für hochgradig schwerhörige und ertaubte Menschen hin und betont die Relevanz der Selbsthilfe.

Senden. Zum Welttag des Hörens (3.3.), der unter der Schirmherrschaft von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach steht, macht die Deutsche Cochlea Implantat Gesellschaft e. V. (DCIG) auf die Notwendigkeit guter Hörversorgung aufmerksam.

Wenn ein Mensch in ruhiger Umgebung ohne Störlärm bei normaler Sprechlautstärke trotz Hörgeräten nur noch die Hälfte versteht, dann ist die Grenze dessen, was Hörgeräte leisten und verstärken können, erreicht. Für Betroffene, aber auch für behandelnde Personen wichtig zu wissen: Es gibt dennoch Lösungen. Beispielsweise kann ein Cochlea-Implantat (CI) helfen. Bei einer Innenohrschwerhörigkeit etwa kann die Elektrode eines CI die kaputten/abgestorbenen Haarsinneszellen ersetzen und so einen Höreindruck ermöglichen. Dies gilt sowohl für Erwachsene, die einen fortschreitenden Hörverlust haben und ertauben, als auch für Kinder. Wichtig: Die passende Hörversorgung kann in jedem Alter erfolgen.

Vor allem Menschen, die zunächst guthörend waren und dann einem fortschreitenden Hörverlust ausgesetzt sind, empfinden es häufig als große Belastung, schlechthörend in einer guthörenden Umgebung zu sein. Alltägliche Situationen wie Restaurantbesuche, Familienfeiern oder Telefonate können mit einer unzureichend versorgten Hörschädigung zu einer Tortur werden. Typische Vermeidungstaktiken, wie das Absagen von geselligen Zusammenkünften, Vermeidung von Telefonaten etc. können zu Vereinsamung und Isolation führen.

Neben einer adäquaten und frühzeitigen Hörversorgung ist für viele Patienten auch die Auseinandersetzung mit der eigenen Schwerhörigkeit/Ertaubung sehr wichtig. Gerade wenn das eigene Umfeld aus guthörenden Menschen besteht, die die Tragweite eines Hörverlustes nicht ohne Weiteres nachvollziehen können, ist der Austausch mit anderen Betroffenen enorm wichtig und kann viel Kraft geben.

Auch der Irrglaube, dass mit einem Hörgerät oder einem Cochlea-Implantat dann „alles wieder in Ordnung sei“, gehört zu den Vorurteilen, denen hörgeschädigte und ertaubte Menschen ausgesetzt sind. Die Deutsche Cochlea Implantat Gesellschaft e.V. setzt sich für diese Menschen ein: mit Aufklärung über die Möglichkeiten des Cochlea-Implantates, mit Engagement für die Rechte betroffener Personen, aber vor allem auch für die Unterstützung zur Selbsthilfe. In über 130 Selbsthilfegruppen in ganz Deutschland, acht Regionalverbänden und einer Bundesgeschäftsstelle setzen wir uns für die Interessen von hörgeschädigten Menschen ein.

Die ganze Pressemitteilung kann hier als pdf heruntergeladen werden.