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Schulzeit

Spezielle Bedürfnisse

Kinder und Jugendliche mit einer Hörschädigung haben spezielle Bedürfnisse in der Schule. So müssen sich Schüler mit einem oder zwei CIs im Unterrichtsgeschehen viel stärker konzentrieren als ihre normalhörenden Mitschüler und brauchen unter Umständen mehr Zeit, um zu lernen und zu verstehen. Da der politische Diskurs der letzten Jahre die Themen Integration und Inklusion immer stärker in den Fokus gerückt und diese Formen der Beschulung explizit als wichtiges Ziel im Rahmen der Förderung von Menschen mit besonderen Bedürfnissen erklärt hat, besuchen heute viele junge CI-Träger eine Regelschule.

Aufklärung von Lehrkräften

Der Druck, unter dem Schüler stehen, steigt. Dies gilt für hörgeschädigte Kinder und Jugendliche genau wie für alle anderen. Es wird erwartet, dass sie sich immer mehr Wissen in immer kürzerer Zeit aneignen und gute Leistungen erbringen, um die Weichen für ihr weiteres Leben optimal zu stellen. Hinzu kommt häufig der Wunsch und Anspruch der Betroffenen, als CI-Träger im Schulkontext genauso gut zu „funktionieren“ wie ihre normalhörenden Mitschüler. Damit dies gelingen kann, müssen die Eltern von CI-versorgten Kindern, deren Lehrer und nicht zuletzt das betroffene Kind selbst eng zusammenarbeiten und sich immer wieder über auftretende Schwierigkeiten und Probleme austauschen. Es wird empfohlen, dass Eltern die zuständigen Lehrkräfte gleich zu Schulbeginn kontaktieren und über die Hörschädigung ihres Kindes informieren. Denn nicht immer ist der Audioprozessor eines CIs unter den Haarschopf des Kindes oder Jugendlichen überhaupt sichtbar, und viele Lehrer verwechseln das Cochlea-Implantat immer noch mit einem Hörgerät. Aus diesem Grund ist ihnen unter Umständen z.B. nicht bewusst, dass ein CI-Träger mit CIs fast wie ein Normalhörender kommunizieren, ohne diese jedoch gar nichts mehr hören kann. Hier gilt es, aufzuklären und den Lehrkräften beispielsweise auch Informationsmaterial an die Hand zu geben.

Schaffung einer optimalen Hörumgebung

Damit ein Kind mit CI im Unterricht gut mitkommt und sich im Klassenverband integriert fühlt, ist es wichtig, dass es in der Schule jederzeit bestmöglich hört. Um dies zu gewährleisten, können Eltern schon vor dem Unterrichtsbeginn zusammen mit dem Klassenlehrer die Unterrichtsräume in Augenschein nehmen und Tipps und Tricks geben, wie eine vorhandene Störschallquelle minimiert oder beispielsweise die Nachhallzeit von Gesagtem verkürzt werden kann. Für ein optimales Hörerlebnis spielt daneben z.B. auch die Sitzordnung eine wichtige Rolle. So sollten hörgeschädigte Kinder stets neben ruhigen und hilfsbereiten Mitschülern auf einem Platz mit optimalen Lichtverhältnissen sitzen, um sich im Klassenraum besser visuell orientieren zu können. Da während der Schullaufbahn eines Kindes mit CI(s) trotz aller vorbeugenden Maßnahmen immer wieder neue Herausforderungen im Umgang mit der Hörschädigung auftreten werden, ist es wichtig, dass seine Eltern stets in Kontakt mit den Pädagogen bleiben und immer wieder das persönliche Gespräch mit ihrem Kind und den Lehrern suchen, um Fragen zu beantworten und eventuelle Unsicherheiten abzubauen.

Mit freundlicher Unterstützung

Barmer GEK