Die DCIG bedankt sich

Wir sagen Danke für die Unterstützung der Blogwerkstatt 1 und 2

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  • Knappschaft – die Krankenkasse

Digital trifft Analog

Aktive Selbsthilfe am Netz und am Grill 
- die erste DCIG Blogwerkstatt war ein voller Erfolg

Was bedeutet Selbsthilfe im digitalen Zeitalter? Darüber diskutierten an einem Maiwochenende in Heidelberg eine Taube Nuss, eine Psychologin aus dem Norden, ein kreativer Zopf und ein Vizepräsident der DCIG mit jungen CI-Trägern aus ganz Deutschland.

Oliver Hupka verblüffte zu Beginn mit der Frage: "Was machen wir hier überhaupt?" Im Vorfeld der Veranstaltung hatte er als Initiator und Leiter der Blogwerkstatt viele Fragen von  Teilnehmern erhalten. Sie galten der Zimmerbelegung, der Ausstattung der Unterkunft oder dem Essen. Hupka fand es bezeichnend, dass kein einziger der Teilnehmer nach dem Vorhandensein einer FM-Anlage, einem Schrift- oder Gebärdendolmetscher, der Raum-Akustik oder den Pausenzeiten gefragt hat.

Schnell fanden die größtenteils untereinander unbekannten Teilnehmer zusammen. Sie halfen einander spontan mit Fernbedienungen, Batterien und Gebärden aus: aktive Selbsthilfe! In einer  Kennenlernrunde stellte sich heraus, dass die jüngste Teilnehmerin (20 Jahre) am längsten ein CI trug.

Aktuelles aus der Online-Szene

An Tag 2 informierte Ulf Tramsen, Inhaber einer Werbeagentur in Weinheim,  über derzeit „heiße“ Communitys und Blogs und deren Lebensdauer. Insbesondere wurden die Nutzer des DCIG-Forums unter die Lupe genommen. Dabei stellte sich heraus, dass diese (von einem harten Kern einmal abgesehen) im Durchschnitt nur etwa ein Jahr lang aktiv sind. Der typische User versorgt sich dort anscheinend vor der eigenen CI-Versorgung mit Informationen, tauscht sich anschließend noch eine Weile lang mit anderen über seine Erfahrungen aus und schließt das Thema dann für sich ab - obwohl es ihn doch lebenslang begleiten wird.

"Jeder kann bloggen"

Der Autor Alexander Görsdorf berichtete aus erster Hand von seinen eigenen Blogging-Erfahrungen (www.notquitelikebeethoven.wordpress.com), insbesondere vom Umgang mit negativen Kommentaren. Er wies darauf hin, dass vor allem die regelmäßige Pflege des Blogs sowie das Antworten auf Fragen und Anmerkungen der Leser für dessen Erfolg wichtig sind. Während er davor warnte, angesichts von tausenden „Likes“ gedanklich abzuheben, erzählte er auch von echten Freundschaften, die sich durch seinen Blog entwickelt hätten.

In Workshops ging es anschließend um "Moderation und Administration eines Blog", "Design, Layout und Technik", sowie "Inhalte und Themen". Alle Teilnehmer arbeiteten hochmotiviert in Kleingruppen zusammen. Am Ende lagen eine Liste der wichtigsten Anforderungen sowie eine Vielzahl von Ideen zur konkreten Gestaltung des Blogs vor. Abends wurde dann bei herrlichem Wetter gemeinsam gegrillt, gelacht und diskutiert. Immer wieder war zu hören, wie wohltuend es sei, endlich einmal andere junge CI-Träger kennen zu lernen. Es wurde der Wunsch geäußert, sich zukünftig bei DCIG-Veranstaltungen regelmäßig weiter auszutauschen. Gekrönt wurde der Abend schließlich mit einer unterhaltsamen Lesung von Alexander Görsdorfs Buch „Taube Nuss“. Der Autor erntete viel Beifall und beantwortete anschließend noch lange die Fragen der neugierigen Teilnehmer.

"Whats the story?"

Am dritten Tag leitete Alexander Görsdorf eine Diskussion über den Inhalt des geplanten Blogs. Er identifizierte mögliche Adressaten: andere Betroffene, Guthörende, Hersteller, Politiker des Gesundheitswesens, Kostenträger…
Ein Blog könne als Tagebuch, als Monolog, dialogisch oder auch ganz anders gestaltet sein. Sollen Erfahrungsberichte im Mittelpunkt stehen oder politische Statements? Sollen die Texte in einem objektiv-wissenschaftlichen oder lieber subjektiv-emotionalen Stil verfasst werden? Bloggen die Autoren unter ihrem eigenen Namen oder verwenden sie ein Pseudonym? Und wie soll der Blog überhaupt heißen?

Ein Blick sagt mehr als viele Worte

Im Anschluss hielt die Diplom-Psychologin Lisa Merkel einen Vortrag über die Besonderheiten der virtuellen Kommunikation und deren Unterschiede zum Dialog mit einem physisch anwesenden Gesprächspartner. Sie zeigte, dass bei der virtuellen Kommunikation ein wichtiger Informationskanal wegfällt: nämlich alle Signale, die ein Sprecher über seine Gestik, Mimik, Körperhaltung oder auch Gebärden aussendet. Dabei komme nonverbalen Informationen häufig eine größere Bedeutung für die Interpretation des Gesagten zu als den Worten selbst.

In online-Unterhaltungen werde häufig versucht, diese Informationen durch Emoticons und Smileys zu vermitteln. Dennoch berge die Kommunikation auf virtuellem Wege viel Potenzial für Missverständnisse. Lisa Merkel: „Das müsst ihr bei der Ausformulierung von Bloginhalten und der Beantwortung von Kommentaren unbedingt berücksichtigen.“

Wie begeistert die CI-Träger von dem Wochenende waren, zeigte sich beim emotionalen Abschied und darin, dass fast alle noch auf der Heimfahrt eine E-Mail an den Organisator schickten, in der sie sich für den zweiten Teil der Blogwerkstatt anmeldeten.


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Mit freundlicher Unterstützung

Barmer GEK